Historie

Mit viel Wind im Segel

Als Rhein-Seeschifffahrtsunternehmen wurde CretschmarCargo 1836 in Düsseldorf gegründet. Mit ihrer mehr als 182-jährigen Geschichte zählen die Rheinländer zu den ältesten Unternehmen im Kreis der System Alliance. Mit viel Wind im Segel hat Cretschmar während dieser Zeit allen Widerständen getrotzt. Über Jahrzehnte hinweg vergrößerten die Transportspezialisten ihr Produktportfolio um alle weiteren Verkehrsträger und setzen heute wesentlich auf Logistikdienstleistungen.

Mit einem guten Gespür für kluge Entscheidungen gründete der damals 25-jährige Leopold Wilhelm Cretschmar seine Dampfschifffahrtsgesellschaft für den Mittel- und Niederrhein direkt an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Düsseldorfer Hafen. Hier startete die Erfolgsgeschichte der ersten in Düsseldorf ansässigen Aktiengesellschaft. Denn ihr Gründer führte die Gesellschaft dank wegweisender Entscheidungen in eine stabile Zukunft. Auch in der zweiten Generation blieb das Unternehmen auf klugem Kurs, setzte ab 1880 eigene Schiffe ein und gründete 1902 die erste Messespedition in Düsseldorf. Und mit der Inbetriebnahme des ersten privatwirtschaftlich eingesetzten Kohlekippers im Jahr 1909 bewies Cretschmar erneut Weitblick.

Der Erste Weltkrieg bremste die überaus positive Unternehmensentwicklung jäh. In wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, wurde das Unternehmen im Jahr 1931 an Arthur Espey verkauft, der Cretschmar zum 100. Firmenjubiläum 1936 bereits wieder auf Erfolgskurs geführt hatte. Als tiefer Einschnitt erwies sich auch der Zweite Weltkrieg, der für fast zwei Jahrzehnte die komplette Firmenentwicklung zum Stillstand brachte. Erst in der Nachkriegszeit konnten Espey und seine Mannschaft durch die Verteilung von Care-Paketen wieder Fuß fassen. Während des Wirtschaftswunders setzte Cretschmar dann verstärkt auf Landverkehre. Auch Luftfrachttransporte nahm man damals auf.

Den Schritt über die deutschen Grenzen hinaus unternahmen die Rheinländer dann 1968 mit der Gründung von vier Häusern in Spanien. Durch den Betrieb weiterer Häuser in Ludwigsburg (später Freiberg am Neckar), Hamburg und Stuttgart wurde später auch das deutschlandweite Geschäft auf breitere Füße gestellt. So war L.W. Cretschmar Mitte der 80er Jahre gut vorbereitet, als die Kunden bei dem Spediteur immer stärker logistische Komplettangebote nachfragten. In der Folgezeit hat sich der nordrhein-westfälische Dienstleister zu einem Spezialisten für Kontraktlogistik entwickelt, der besonders bei (Groß-)Kunden aus dem Bereich der chemischen Industrie stark gefragt ist.

Den innerdeutschen Stückgut-Verkehr hat CretschmarCargo erst relativ spät für sich entdeckt. Als einer der ersten Transportdienstleister führte man rasch nach der Wiedervereinigung regelmäßige Direktverkehre nach Ostdeutschland ein und gründete schon 1990 eine Niederlassung in Leipzig. Vom Sendungsaufkommen fast überwältigt, entwickelte sich CretschmarCargo dann schrittweise vom Ostdeutschland-Spezialisten in Nordrhein-Westfalen zum klassischen Stückgut-Spediteur. Als eines der wenigen Traditionsunternehmen aus dem Gesellschafterkreis der System Alliance gehörte CretschmarCargo deshalb von allen Vorläuferorganisationen einzig Fortras an.

Kontinuierliches Wachstum durch umsichtige Führung

Gründungsdatum:
1836
Geschäftsfelder:  Systemverkehre (Deutschland, Europa), Nachtexpress, Kontraktlogistik, Messe-Logistik, Luftfracht, Seefracht, Zolldienstleistung 
Standorte:
Düsseldorf (Firmensitz), Neuss, Stuttgart, Leipzig, Genthin
Mitarbeiter 2017:
455
Geschäftsführender Gesellschafter:
Kay A. Espey

 

Man kann mit Wettbewerbern auch im System arbeiten"

Kay A. Espey steht seit Anfang der neunziger Jahren an der Spitze des inhabergeführten Unternehmens CretschmarCargo. In dieser Position gehörte er mit zu den Vordenkern von System Alliance und war entscheidend daran beteiligt, die offenen Systemstrukturen der nationalen Stückgutkooperation zu entwickeln. Auch die Einführung der Premium Service Thermo wurden von Kay A. Espey und seinem Team vorangetrieben.

Wie hat sich CretschmarCargo in die nationalen Kooperationen eingebracht?
CretschmarCargo war in der Vorgeschichte von System Alliance immer ein Exot gewesen. Wir haben weder - wie viele andere Gesellschafter - den Paketdienst betrieben, noch waren wir an SystemGut beteiligt. CretschmarCargo war lediglich in der Fortras organisiert - und das auch nur wegen des internationalen Geschäftes, denn wir haben damals in Deutschland kein Stückgut, sondern nur Teil- und Komplettladungen versendet. Schon immer waren wir auf dem europäischen Stückgut-Markt ein bedeutendes Unternehmen. Aber wir hatten uns damals bewusst gegen das nationale Stückgut-Geschäft entschieden, weil wir in diesem Marktsegment einfach zu spät dran waren. Doch dann kam die Wiedervereinigung, und vom ersten Tag an haben wir alle unseren Kunden darüber informiert, dass wir in den Osten fahren. Auf einmal waren wir der Ostspediteur in Nordrhein-Westfalen. Erst danach haben wir beschlossen, in den gesamten nationalen Markt einzusteigen. Wir haben den Westen sozusagen über die neuen Bundesländer erobert.

Wie waren Sie an der technischen Umwälzung des Speditionswesens beteiligt?
Ich bin von Hause aus kein IT-Mensch, aber habe mich für die ganze Entwicklung begeistert. Der Grundgedanke war der: Als einzelner Unternehmer schaffe ich es nicht, ein ganzes Netzwerk aufzubauen. Man braucht dafür Partner, mit denen man anfängt über IT -Vernetzung, Systeme oder Details wie Fahrzeuggrößen oder Wechselbrückentechnik zu reden. Und in einem zweiten Schritt musste man dann bereit sein, auch unternehmerische Risiken zu teilen. Man arbeitete dann in einem System, in dem man nicht mehr hundertprozentig Herr seiner Entscheidungen sondern ein Teil von Gemeinschaftsentscheidungen war. Aus meiner Sicht waren das die revolutionärsten Schritte.

Nach welchen Kriterien wurden die Veränderungen vorangetrieben?
Wenn wir nur Getriebene unserer Kunden gewesen wären, hätten wir nicht schnell sein können. CretschmarCargo ist ein konservatives Unternehmen - aber man sollte das nicht mit hausbacken verwechseln. Viele unserer Kunden sind Konzerne. Die haben uns etwa vorgegeben: Wenn Ihr es nicht schafft, ein europäisches Netz mit Sendungsverfolgung aufzubauen, dann könnt Ihr langfristig nicht unser Partner sein. Auf der anderen Seite treiben wir die Kunden voran. Man muss eine Nase dafür haben, in welche Richtung eine Entwicklung geht. Und man braucht die richtigen Menschen an den richtigen Stellen. Bei uns ist das der Fall. Viele Kunden staunen immer wieder, was wir alles können und wie schnell wir reagieren. Die Leistung macht eben den Unterschied.

Welche Rolle spielt Ihre Region für System Alliance?
Bei der Entwicklung von System Alliance war Nordrhein-Westfalen von strategischer Bedeutung, da sich hier viele Spediteure tummelten. Damals hieß es: Einigt Euch und zeigt uns, wie das geht. Und nach einem intensiven Ringen haben wir tatsächlich eine Lösung gefunden, die dann für die gesamte System Alliance übernommen wurde. So entstanden bilaterale Lösungen und offene Produktionsgebiete, in denen die Partner ihre Aktivitäten entfalten können. Das heißt: Wir stehen auch im Wettbewerb mit unseren regionalen Partnern von System Alliance. Aber Wettbewerber sind wir ohnehin Da können wir auch im gleichen System arbeiten. Das hat sogar dazu geführt, dass wir mit den Kollegen viel enger zusammenarbeiten, als wir das früher getan haben.

Wie sieht die fernere Zukunft aus?
Ich gehe davon aus, dass wir in einigen Jahren ein europäisches Stückgutnetzwerk haben, in dem wir eine europäische Sendung genau so wie eine nationale Sendung abwickeln - mit den gleichen administrativen Kosten. In jedem Fall sind Netzwerke von zentraler Bedeutung, denn sie bieten die einzige Überlebenschance für den Mittelstand.

Kay A. Espey ist geschäftsführender Gesellschafter von CretschmarCargo. Der gebürtige Düsseldorfer (Jahrgang 1959) und Vater von vier Kindern ist auch im Aufsichtsrat von System Alliance

Adresse

L.W. Cretschmar GmbH & Co. KG

Reisholzer Bahnstraße 33 D- 40599 Düsseldorf

  • 02 11 - 74 01-0

  • 02 11 - 74 01-1101

  • kontakt@cretschmar.de

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